Spotty hat unser Leben über 13 Jahre lang begleitet. Er war unser kleiner Prinz – geliebt, getragen, ernst genommen und immer mitten in unserem Alltag. Mit ihm hat alles begonnen: Er war der Grund, warum ich überhaupt „auf den Hund“ gekommen bin. Mein Wegbereiter, mein erster Lehrmeister, mein Herzöffner. Vieles von dem, was Hunderlei heute ist, hat seinen Ursprung in ihm.
Vor fast zwei Jahren erhielt er die Diagnose Morbus Addison. Es war keine Katastrophe, sondern einfach eine neue Realität, in die wir gemeinsam hineingewachsen sind. Mit den richtigen Medikamenten war er gut eingestellt, stabil und fröhlich – ganz der Spotty, den wir kannten. Wir waren dankbar, dass er damit weiterhin ein gutes, aktives Leben hatte.
Im Frühling 2025 zeigten sich die ersten kleinen Zeichen, dass etwas aus der Bahn geraten könnte. Nichts Dramatisches, nichts, das uns hätte ahnen lassen, wie schnell alles gehen würde. Er war ja auch älter geworden. Aber dass wir ihn so plötzlich gehen lassen mussten – darauf waren wir nicht vorbereitet.
Besonders prägend war seine Verbindung zu unserer Tochter. Schon als kleines Mädchen stand sie mit ihm im Hundekurs, ganz selbstverständlich und vertraut, als hätten die beiden sich schon immer gekannt. Später liefen sie zusammen ein wenig Agility, und in den letzten Jahren hat sie mit ihm an meiner Seite Mantrailing gemacht. Die beiden hatten eine Art, miteinander zu arbeiten und miteinander zu sein, die man nicht erklären musste. Man hat es einfach gesehen. Ein Team, das man nicht ersetzen kann.
Spotty war ein bunter Kerli mit einem Charakter, der in keinen Rahmen passte. Schlau, manchmal zu schlau, stur, witzig, eigen – und immer hundert Prozent er selbst. Er hat uns gefordert, überrascht, zum Lachen gebracht und uns so viel beigebracht. Er war ein Hund, der Spuren hinterlässt.